Shooting Star

Ballerspiele interessieren mich ja so was von gar nicht. Bis vor drei Tagen. Da habe ich eine überraschende Erfahrung gemacht. Fritz hat mich vor seinen Rechner gesetzt und ein Spiel gestartet. Borderlands.

Ein Auto fährt durch eine verlassene Gegend auf irgendeinem trostlosen Planeten, Comic Strip-artige Grafik. Am Steuer des Wagens ein Typ, der in die Situation einführt und so ne Art Supervisor ist. Auf der Rückbank ein Muskeltier-Nahkämpfer, ein dünner Scharfschütze und ein toughes Mädchen, das sich unsichtbar machen kann. Meine erste Aktion als Spieler besteht darin, eine Figur auszuwählen; ich entscheide mich für das Mädchen und nenne sie Redhead (sie hat rote Haare), die Farben ihrer Klamotten kann ich ändern; ist ganz nett, mir aber eigentlich egal. Figur fertig, es kann losgehen, mein alter ego bekommt ihren ersten Auftrag: böse Monster töten. Fritz zeigt mir, wie ich Redhead in Bewegung setze. Los. Rumlaufen, immer schön vorsichtig, überall können die wolfsartigen Monster auftauchen oder böse Männer, die nur danach trachten, mir mein virtuelles Leben zu nehmen. Ich ziele und schieße. Zwischendrin sammle ich rumliegende Sachen auf, die man immer gut gebrauchen kann. Besonders praktisch: das Healing Kit, mit Hilfe dessen ich mich wiederbeleben kann, wenn ich doch mal vom Monster gebissen oder vom bösen Mann niedergemetzelt wurde. Das alles macht einen Riesenspaß. Sagte ich Spaß? Ja! Zielen, Treffen, Zeug sammeln. Je besser ich das hinkriege, desto schicker werden Redheads Status und Fähigkeiten, die Jobs werden schwieriger. Mein Ehrgeiz ist erwacht, ich gebe mir Mühe. Präzise zielen, nicht zu früh losballern und treffen natürlich. Mission erfüllt.

Ein Uhr morgens, meine Konzentration lässt merklich nach und die Maushand tut weh. Diese Spielerei ist anstrengender als ich dachte. Und macht mehr Spaß als ich dachte. Bin ich jetzt ein gewaltbereiter Schwachkopf. Och nee. Abgesehen davon verblüfft mich – die zum ersten Mal so ein Ding probiert – die komplexe Gestaltung: Mein Redhead bewegt sich frei im Raum, kann den Blick in alle Richtungen wenden, wandert durch die wechselnden Landschaften. Habe mich bestens amüsiert.

update: Fritz hat sich auch amüsiert und sich gleich ein paar Karmapunkte verliehen. Faszinierend die Kommentare seiner Leser – Spieler Sprech?

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2 Antworten zu Shooting Star

  1. Pingback: Der diskrete Charme der Killerspiele « 11k2

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