Kunst aus dem Labor

Medienkunst. Ist ja eigentlich ein blöder Begriff: „ich mach was mit Medien…“. O.K., nicht meckern. An diesem Wochenende werkelt zum zehnten Mal lab30, das Augsburger Kunstlabor. Ein internationales Meeting von Künstlern aller Art, die für ihre Projekte elektr(on)ische Elemente (i.e. Medien?) einsetzen. Früher mal gab es die leicht nerdige, aber sehr charmante Elektrokonferenz, bei der ein Dutzend Leute über ihre Notebooks Sounds erzeugten und miteinander und aufeinander reagierten. Nicht so spannend für Zuschauer, ich mochte es dennoch. Vorbei. Inzwischen ist alles erwachsen geworden. Schade eigentlich. Ein Besuch lohnt sich aber immer und auf jeden Fall!!! Ich bin am Eröffnungsabend durch die Räume gestreunt. Als erstes: POWEr. Die Schönheit der Blitze. Alexandre Burton und Julien Roy entfesseln mit Hilfe einer Tesla-Spule atmosphärische Gewalt im Kleinen und rekapitulieren alles auf einer Leinwand. Fabelhaft, Ozongeruch inbegriffen.

In der Kunstlaborausstellung fällt man als erstes über eine Reihe schwingender Metallbänder. In einer Ecke erzeugt verrottendes Gemüse frische Töne (kein Fake, klappt wirklich!). Auf einer Ärzteliege wird das eigene Glückspotential gemessen, eine andere Arbeit visualisiert die Radioaktivität des Kunstkonsumenten. Wer sich auf den Dachboden begibt, wird Teil einer akustisch-sozialen Skulptur: per Hautkontakt zu anderen. Mein Ausstellungsfavorit: eine auf dem Boden in einer Ecke liegende, zunächst unscheinbare weiße Plastiktüte, die zum Leben erwacht (von Steffi Lindner).

Wirklich wunderbar ist das sphärische Sirenenkonzert des Briten Ray Lee in der Kradhalle. Das Vid gibt die Sache nur unzureichend wieder, aber immerhin… Das Konzert wird am Freitag und Samstag je zweimal wiederholt.

Ein nettes Projekt ist in der Stadt erleb- und -hörbar: Reinhard Gupfingers Sound Tossing beschert uns gefakete Grillen, über Stromleitungen geworfene zirpende Lautsprecher. Update: Diese „überaus zeitgemäße Reinterpretation der Streetart als Strategie der Rückeroberung öffentlicher Räume“ wurde mit dem Lab Award ausgezeichnet!

Ach ja: ab elf ist Clubnacht (=Party)!

lab30|27. bis 29. Oktober 2011|Kulturhaus Abraxas|Augsburg

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