Gesichter der Renaissance

Desiderio da Settignano (zugeschrieben), Büste einer jungen Frau (Marietta Strozzi?), um 1460 © Skulpturensammlung, Staatliche Museen zu Berlin, Jörg P. Anders

Nicht lange drumherum reden: das ist eine grandiose Ausstellung! Die Möglichkeit, so viele wichtige wunderbare Kunstwerke zusammen sehen zu können, wird es in den nächsten Jahrzehnten nicht geben. Rund 150 Porträts aus dem 15. Jahrhundert sind im Bode-Museum in Berlin versammelt worden, um zu zeigen, wie sich die künstlerische Darstellung des Individuums in Italien entwickelt hat. Vorwiegend Malerei, dazu einige fabelhafte Marmorbüsten und zahlreiche der seinerzeit sehr beliebten Bonzemedaillen.

Antonio del Pollaiuolo, Bildnis einer Dame, um 1465 Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie © Staatliche Museen zu Berlin, Jörg P. Anders

Die Ausstellung ist klar strukturiert, es wird schlüssig die Entwicklung von der Stifterfigur in der sakralen Kunst zum individuellen Porträt demonstriert. Es gibt für jeden Besucher einen tadellosen Audioguide. Die Dramaturgie zielt auf eine stetige Steigerung hin zum Endpunkt und Highlight der Ausstellung, Leonardos Dame mit dem Hermelin. Hier wird klar: Ein Porträt ist mehr als die Darstellung der äußeren Gestalt eines Menschen.

Leonardo da Vinci, Dame mit dem Hermelin (Portrait der Cecilia Gallerani), 1489/90 Krakau, Besitz der Prinz Czartoryski Stiftung, im Nationalmuseum Krakau © bpk / Scala

Ansonsten: Das Ganze ist ein absolut sinnliches Erlebnis. Die Exponate werden in schwarzen Räumen auf schwarzem Samt präsentiert und punktgenau ausgeleuchtet. Schönheit, Machtbewusstsein, Intelligenz und Stolz der Dargestellten strahlen auf dunklem Grund.

Tickets gibt es nur noch direkt vor Ort. Keine Vorbestellung mehr möglich. Aber durch die verlängerten Öffnungszeiten wurde die Situation etwas entzerrt. Noch bis zum 20. November. Anschließend im New Yorker Metropolitan-Museum.

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