Meister Eder und sein Schwiegervater

Wenn ein Künstler zu seinem 80sten Geburtstag eine Ausstellung bekommt, ist das eine feine Sache. Wenn sein Schwiegersohn bei der Vernissage die Laudatio hält, ist das ganz besonders nett. Dem Bildhauer Urban Ehm ist dieses heute Abend widerfahren. Wenn jedoch der Schwiegersohn-Laudator der gehypte Malersuperstar Martin Eder ist, kann man davon ausgehen, dass mindestens die Hälfte der anwesenden Personen sich nicht so brennend für den ausstellenden Künstler und/oder seine Werke interessiert, sondern eher gekommen war, um den –ziemlich attraktiven –Eder zu sehen und zu hören. Wie man mir erzählte, sollen seine Worte prägnant und poetisch gewesen sein. Hätte ich auch gerne gehört. Doch: Menschenmassen auf der Straße vor der Galerie. Reinkommen? Keine Chance. Rappelvoll. Ich war neugierig, wollte sehen, was passiert, wenn ein Kunststar in der Provinz (= Augsburg = seiner Heimat) aufkreuzt. Und es war, wie ich es erwartet hatte. Nicht der Künstler stand im Mittelpunkt, sondern der Laudator. Doch relativ schnell ging man zum Vernissagen-Tagesgeschäft über – sprich trinken und reden. Eigentlich wie immer – nur voller.

Urban Ehm: Ware für Wunderkammern. Skurrile Objekte, Ecke Galerie Augsburg, 13. August bis 4. September 2010 [pic via Ecke Galerie]

Nachtrag: Besprechung der Ausstellung in der Augsburger Allgemeinen

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4 Antworten zu Meister Eder und sein Schwiegervater

  1. Marsmadame schreibt:

    Genau so war´s. Traurig, aber wahr. Dabei hat Altmeister Ehm das gar nicht nötig. Soweit ich mitbekommen habe, wurde ihm sein „Pumukl“ aufs Auge gedrückt, insofern ist auch Martin kein Vorwurf zu machen. Was für eine blöde Konstellation.

  2. Streit schreibt:

    den Artikel gerade erst entdeckt. Zum Glück gab es genügend Leute, die Urban Ehm als Mensch und (!) Künstler kennen, die nur wegen ihm und seiner Ausstellung gekommen sind. Der Artikel ist daher ziemlich flach und eigentlich Unsinn.

  3. Ist zwar schon lange her, aber ich weiss, dass Urban Ehm sich Martin Eder als Redner gewünscht hat. Die Menschen sind alle wegen Urban Ehm gekommen, niemand wusste vorher wer redet. Missgünstiger Artikel.

  4. otto schreibt:

    Meinungen wie diese machen aus der Kleinstadt die Provinz. Schämt Euch.

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