Brasilia wird 50

Am 21. April 1960 weiht der brasilianische Präsident Juscelino Kubitschek eine neue Hauptstadt ein: Brasilia. In nur fünf Jahren im schwach besiedelten zentralen Hochland aus dem Boden gestampft. Schon seit Ende des 19. Jahrhunderts war der Bau einer neuen Hauptstadt in der brasilianischen Verfassung verankert. Der Standort in der geografischen Mitte des Landes sollte die binnenländische Infrastruktur stärken. Lúcio Costa entwickelte den kreuzförmigen an ein Flugzeug erinnernden Leitplan, Oscar Niemeyer entwarf alle öffentlichen Gebäude. Brasilia ist eine urbane Vision deren Struktur und Schönheit Sinnbild eines neuen Brasiliens sein sollte, den Menschen Milch und Honig zu versprechen schien. Dennoch wollte keiner hin. Den Staatsbeamten wurde schließlich eine Deadline gesetzt. In den 60er Jahre galt Brasilia als herausragendes Beispiel des modernen Städtebaus; die Schönheit und formale Reinheit der Architektur Oscar Niemeyers beeindrucken noch immer. Es fehlt jedoch die lässige Eleganz seiner anderen Bauten. Aber: Idealstädte haben eigentlich noch nie so richtig funktioniert. Auch Brasilia – seit 1987 UNESCO Weltkulturerbe – hat die Erwartungen nicht erfüllt. Wer arm ist in Brasilia, hat es auch nicht viel besser als in Rio de Janeiro. Und das ist immer noch die gefühlte Hauptstadt Brasiliens. (pic Luiz Felipe Castro via Flickr)

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