Metropolis remastered

Welturaufführung die Zweite: Am 12. Februar wird zur Eröffnung der Berlinale eine rekonstruierte Fassung des Fritz-Lang-Film „Metropolis“ gezeigt. Möglich wurde dies, weil 2008 in Buenos Aires eine alte Kopie auftauchte, die Szenen enthielt, die man für verschollen geglaubt hatte. Schlechter Zustand, mühevolle Arbeit, viel Geld. Ergebnis: rund 145 Minuten Science Fiction, die der ursprünglichen Fassung von 1927 sehr nahe kommen.

In der bombastisch monströsen Zukunftsstadt Metropolis lebt eine hedonistische Oberschicht im Luxus, während im Untergrund der Stadt die versklavten Arbeiter für den Moloch schuften. Die Unterschicht-Frau Maria (sic!) trifft auf Oberschicht-Kind Freder, sie verspricht Erlösung.  Insbesondere die Massenszenen sind kunstvoll inszeniert – aber eben auch extrem künstlich in einem hochstilisierten Dekor. So wird die Kritik an den Verhältnissen zum Bumerang,  die Schilderung der Situation der Arbeiter wird Selbstzweck. Die problematische Haltung des Films, eine verquaste Mischung aus Marximus (Klassen, Ausbeutung, Entfremdung), Christentum und faschistischer Erlöserdenke, lässt sich wohl auf das Drehbuch von Thea von Harbou, Ehefrau von Fritz Lang, zurückführen.

Arte überträgt die Veranstaltung am 12. Februar ab 20.15. 20.40 Metropolis itself, 23.15 Doku über die Rekonstruktion. (Arte)

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