Antreten zum Schöner Wohnen

Für eine Reportage habe ich mich im letzten September in zwei Augsburger Wohnquartieren umgesehen: Sheridan-Park und Supply Center – beide Viertel sind auf ehemaligen militärischen Flächen entstanden. Der Artikel ist jetzt im Magazin a3kultur erschienen, einige Impressionen sind bis zum 25. Mai im Rahmen der Ausstellung “Ausgezeichnete Wohnträume” zu sehen. Und hier kommen weitere Eindrücke:

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Mimikry im Nahverkehr

Die Sitzbezüge in Vehikeln des öffentlichen Nahverkehrs sind echte Perlen der Geschmacklosigkeit. Verarbeitet zu Klamotten, werden die wirr gemusterten Textilien nicht hübscher, doch die Künstlerin Menja Stevenson hat anderes im Sinn: Seit ein paar Jahren fährt sie in Stuttgart mit dem Bus herum, gewandet in Kreationen, die aus dem Sitzbezugstoff des jeweiligen Gefährts genäht wurden. Dieses optische Verschmelzen mit ihrer Umgebung und die Irritationen, die dies bei den Mitreisenden auslöst, dokumentiert Stevenson in Videos. Kann man auf ihrer Website angucken.

Pics | Bustour S, 2008 |

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Der Pferdemaler

Ich habe ein Faible für schöne Pferde. Ich mag ihre Körperlinien, die Eleganz ihrer Bewegung. Vermutlich – ich kann mich nicht genau erinnern – war dies (neben meinem Interesse an der englischen Gesellschaftsstruktur im 18. Jahrhundert) der Grund für meine Teilnahme an einem Uni-Seminar, in dem ich ein Referat über den Maler George Stubbs gehalten habe. Sein Hauptsujet: Pferde.

Ein Engländer von Stand ließ die Insignien seines Status gerne bildlich dokumentieren. Man zeigt, was man hat: Frauen, Kinder, manchmal Hunde, und eben auch Pferde. Die zunehmende Beliebtheit der statusträchtigen Vollblutzucht und der Pferderennen bei der englischen Gentry bescherte George Stubbs gute Geschäfte, denn seine Pferdedarstellungen sind wahre Portraits der Prestigerenner. Die malerische Präzision seiner Bilder beruht auch auf Stubbs‘ exzellenten anatomischen Kenntnissen, die er durch eigenes Sezieren erworben hatte und in seiner „Anatomy of the Horse“ zeichnerisch niedergelegt hat.

Auch wenn einige mich jetzt steinigen möchten: Ich halte viel von George Stubbs. Und natürlich musste ich da hin: In München sind in der Neuen Pinakothek derzeit viele seiner Tierportraits versammelt. Die Ausstellung – die erste in Deutschland – wurde von meinem ehemaligen Kommilitonen Herbert Wilhelm Rott (war er eigentlich auch seinerzeit in diesem Seminar?) kuratiert. Neben vielen Pferden, einigen Hunden und exotischen Tieren (das etwas beziehungslos in der englischen Landschaft stehende Zebra!), sind auch die fabelhaften Originalzeichnungen aus Stubbs‘ „Anatomy“ zu sehen.

George Stubbs|1724-1806|Science into Art
noch bis 6.Mai 2012 in der Neuen Pinakothek München zu sehen

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Urbaner Frühling

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Wien, Wien nur du allein…

Im Wohnwagen brennt einladend das Licht. Er parkt vor dem Eingang des Unteren Schlösschens, in dem der Kunstverein Bobingen gerade WIENERbRUT zeigt. Wienerbrut? Wiener Blut, art brut, Brut? Jedenfalls Wien. Dort lernten sich die sechs Künstlerinnen, die hier zusammenspielen, kennen; bereits während des Studiums an der Universität für Angewandte Kunst arbeiteten sie an gemeinsamen Projekten: Rebecca Harris, Ute-Marie Paul, Antonia Pöhlmann, Esther Irina Pschibul, Julia Weidner, Elke Zauner. Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, elektronisch-mediale Ausdrucksformen: die Arbeiten des sixpacks kooperieren, korrespondieren und konkurrieren.

Elke Zauners Malerei im linken Raum zeigt konsequent abstrahierend Straßen und Außenräume, die auf Fläche und Licht reduziert werden. Davor erheben sich Esther Irina Pschibuls Schweinsblasenobjekte, die – ausgehend von der Idee der Schutzhülle für Pschibuls Skulpturen – sich zum eigenständigen Werk emanzipieren. Antonia Pöhlmann bespielt den rechten Raum mit einer Psycho-Praxis-Installation; sie zeigt Bilder von Frauen, die durch Nazi-Spritzen ermordet wurden und hängt ihr eigenes dazu. Julia Weidner geht per Video ironisch mit ihrem Mutter/Waschfrau-Schicksal um.

Im zentralen Raum, dem Gelenk zwischen Malerei/Skulptur auf der einen Seite und Installation/Videokunst auf der anderen geht es ums Zeichnen: Vorstudien wie Pschibul sie hier zeigt oder auch um Zeichnung als eigenständige „fertige“ Form. Ute-Marie Paul bearbeitet Fotografien mit dem Stift und verändert so die Bedeutung und Tragweite einzelner Bildelemente. Sehr überzeugend sind vor allem Rebecca Harris großformatige Großraum(architektur?)büros.

Im Vorraum finden sich noch einige kleinere Arbeitsbeispiele in Vitrinen. Die miteinander verwobenen Lebenswege der sechs Künstlerinnen hat Pschibul in einer großen Zeichnung visualisiert.

Bei einer Schau wie dieser besteht das Risiko, ein verwirrendes Sammelsurium aus Einzelarbeiten zu hinterlassen. Ist das nun eine gemeinsame Arbeit mehrerer Künstler? Was ist von wem? Und ist das wichtig? Die Präsentation im linken Raum mit den Arbeiten von Zauner und Pschibul ist wie es eben so ist in einer Ausstellung; vielleicht ein wenig zu ästhetisch. Die Zusammenstellung in den beiden anderen Räume ist weit weniger trennscharf; insbesondere im rechten Raum scheint es sich auf den ersten Blick um eine zusammenhängende Installation zu handeln. Der zentrale Raum fungiert als Transit zwischen Einzelpositionierung und Gemeinschaftswirken.

Die Ausstellung ist logisch konzipiert und dennoch leicht unstimmig, die Arbeiten der Künstlerinnen wirken ein wenig unmotiviert miteinander verbunden. In der Fülle wiederum geht die Qualität der einzelnen Arbeiten unter. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig? Die Künstlerinnen selbst haben jedenfalls erkennbar einen guten Draht zueinander.

P.S. Der Wohnwagen, künstlerisches Konzept und Domizil der unbehausten Antonia Pöhlmann, musste inzwischen hinters Haus verfrachtet werden. steht jetzt in Augsburg im Kulturpark West (danke, Kerstin!).

WIENERbRUT|Kunstverein Bobingen|noch bis 20. November 2011

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Das gute Leben

Komprimierte Howtobecomehappy Literatur. Sieht gut aus. Die Gebrauchsanweisung gibt es als Poster für 25 Dollar bei Holstee.  Aber man kann die Sätze auch einfach auf- und abschreiben…

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Sonntagsfahrer

Ausflug nach Kaufbeuren. Letzte Möglichkeit, eine Ausstellung im Kunsthaus der Stadt zu sehen. Amish Quilts aus der Sammlung Caroline Wöhrl werden konkreter Kunst der 1960er Jahre (vieles aus dem Bestand des Museums für konkrete Kunst in Ingolstadt) gegenüber gestellt. Die Rechnung geht auf, die Formensprache ist vergleichbar, die Wirkung verblüffend, doch werden hieraus keine konstruierten Schlüsse gezogen. Die Ausstellung setzt allein auf die optische „Beweisführung“.

Ob die konkreten Künstler der 1960er tatsächlich von der Gestaltung der Quilts beeinflusst wurden, weiß ich nicht; gekannt haben sie die Decken auf jeden Fall. Es ist ja grundsätzlich so, dass amerikanische Kunst nicht nur von europäischer Kunst zehrt, sondern ebenso von den handwerklich-künstlerischen Äußerungen der „Volkskunst“ (Exkurs: das ist ein selten blöder und vor allem diskriminierender Begriff).

Die Amish Quilts – handgesteppte gepatchte Bettdecken – wurden bis zum Beginn der 1920er Jahre in der Regel aus feinen Wollstoffen in klaren dunklen Farben und einfachen geometrischen Teilen gefertigt. Einen Quilt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts würde man ohne Kenntnis seines Alters glatt für eine Arbeit von heute halten. Neue Quilts  haben längts nicht mehr die technische und formale Qualität dieser Arbeiten. Nur Handwerk? Nein, Amish Quilts sind große Kunstwerke!

Die Beispiele der konkreten Kunst sind gut gewählt; eine ästhetische und logische Sache. Ein amerikanischer Dokumentarfilm (ziemlich lang) zeigt das Leben der Amish.

Im Dachboden gibt es noch ein Bonbon: eine eigens für diesen Ort erdachte Installation von Esther Stocker.

Anschließend wollte ich in der Stadt Kaffee trinken. Ich biege um die Ecke und stehe inmitten von Menschenmassen: Verkaufsoffener Sonntag in Kaufbeuren. Das komplette Allgäu war unterwegs, in der Fußgängerzone stauten sich die Leute. Kein Kaffee also. Ausflug beendet. Sonntag eben.

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Shooting Star

Ballerspiele interessieren mich ja so was von gar nicht. Bis vor drei Tagen. Da habe ich eine überraschende Erfahrung gemacht. Fritz hat mich vor seinen Rechner gesetzt und ein Spiel gestartet. Borderlands.

Ein Auto fährt durch eine verlassene Gegend auf irgendeinem trostlosen Planeten, Comic Strip-artige Grafik. Am Steuer des Wagens ein Typ, der in die Situation einführt und so ne Art Supervisor ist. Auf der Rückbank ein Muskeltier-Nahkämpfer, ein dünner Scharfschütze und ein toughes Mädchen, das sich unsichtbar machen kann. Meine erste Aktion als Spieler besteht darin, eine Figur auszuwählen; ich entscheide mich für das Mädchen und nenne sie Redhead (sie hat rote Haare), die Farben ihrer Klamotten kann ich ändern; ist ganz nett, mir aber eigentlich egal. Figur fertig, es kann losgehen, mein alter ego bekommt ihren ersten Auftrag: böse Monster töten. Fritz zeigt mir, wie ich Redhead in Bewegung setze. Los. Rumlaufen, immer schön vorsichtig, überall können die wolfsartigen Monster auftauchen oder böse Männer, die nur danach trachten, mir mein virtuelles Leben zu nehmen. Ich ziele und schieße. Zwischendrin sammle ich rumliegende Sachen auf, die man immer gut gebrauchen kann. Besonders praktisch: das Healing Kit, mit Hilfe dessen ich mich wiederbeleben kann, wenn ich doch mal vom Monster gebissen oder vom bösen Mann niedergemetzelt wurde. Das alles macht einen Riesenspaß. Sagte ich Spaß? Ja! Zielen, Treffen, Zeug sammeln. Je besser ich das hinkriege, desto schicker werden Redheads Status und Fähigkeiten, die Jobs werden schwieriger. Mein Ehrgeiz ist erwacht, ich gebe mir Mühe. Präzise zielen, nicht zu früh losballern und treffen natürlich. Mission erfüllt.

Ein Uhr morgens, meine Konzentration lässt merklich nach und die Maushand tut weh. Diese Spielerei ist anstrengender als ich dachte. Und macht mehr Spaß als ich dachte. Bin ich jetzt ein gewaltbereiter Schwachkopf. Och nee. Abgesehen davon verblüfft mich – die zum ersten Mal so ein Ding probiert – die komplexe Gestaltung: Mein Redhead bewegt sich frei im Raum, kann den Blick in alle Richtungen wenden, wandert durch die wechselnden Landschaften. Habe mich bestens amüsiert.

update: Fritz hat sich auch amüsiert und sich gleich ein paar Karmapunkte verliehen. Faszinierend die Kommentare seiner Leser – Spieler Sprech?

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Das Paradies der Damen

Da kam mir in den letzten Tagen so ein Gedanke: Ist das Shoppen im Internet vergleichbar mit der Idee des Pariser Kaufhauses in der Mitte des 19. Jahrhunderts?

Das Kaufhaus veränderte die Lebenswelten vieler Frauen. In diesem geschützten Raum konnten sie ohne die gesellschaftlich verordnete männliche Begleitung unbeobachtet umher wandeln, sich treiben lassen durch die perfekt präsentierte Warenwelt. Ohne Kaufzwang, mit Preisschildern an der Ware, Beratung nur, wenn sie gewünscht wird, zwischendurch den Teesalon besuchen. Die Waren weckten Begierden, denen gerne nachgegeben wurde. Kauf mich! Werde glücklich! Shoppen nicht zur notwendigen Bedarfsdeckung, sondern als lustvoller Zeitvertreib. Dieser Akt des Einkaufens war natürlich auch ein Statement der Selbstbestimmung: Entscheidungen wurden ohne männliche Zustimmung getroffen. Die geniale Idee des Konzepts bestand in der Transformierung des Einkaufens weg von der Notwendigkeit hin zur Freizeitgestaltung. Natürlich war es praktisch, alles an einem Ort unter einem Dach zu finden, das gab es jedoch bereits in den überdachten Passagen, die Läden verschiedenster Art zusammenfassten. Der entscheidende Unterschied, der den Warenhandel revolutionierte, war der Blick auf den Kunden, vielmehr die Kundin: Sie war die Königin, alles war im Warenhaus darauf ausgerichtet, ihren Bedürfnissen zu entsprechen. Zur Belohnung beglückten die Damen die Kaufhäuser mit fleißigem Einkauf.

Der Aufstieg und der Erfolg der großen Kaufhäuser hat den Handel grundlegend verändert. Hat das heutige Einkaufen im Internet einen ähnlichen Einfluss?

Die Innenstädte sind geprägt von standardisierten Angeboten, es ist voll und laut. Alternativ können wir große Märkte auf der grünen Wiese aufsuchen, auch nicht angenehm. Beim Einkaufen im Internet aber schlendern wir durch die virtuellen Shops dieser Welt, schauen hier und da, was gefällt, wird in den Einkaufskorb geklickt. Wir beginnen mit der konkreten Suche nach irgendetwas und enden beim Surfen von einem Shop zum anderen. Leichtigkeit und Unverbindlichkeit. Eine Tasse Tee dazu? Aber gerne! Wir bekommen alles zu jeder Zeit bequem ins Haus geliefert. In dieser Hinsicht sind beide – Kaufhaus und Internetshoppen – durchaus vergleichbar. Das sich Verlieren in den Weiten des Netzes entspricht dem sich Verlieren in den Etagen des Kaufhauses. Nur noch mal zur Erinnerung: Es geht nicht um die heutigen Kaufhäuser der Fußgängerzonen, ich meine die Pioniere dieser Handelsgattung wie „Le Bon Marché“, von dem Emile Zola so fasziniert war, dass er es zum Schauplatz seines Romans „Au Bonheur des Dames“ (=Das Paradies der Damen) machte.

Ja, das Einkaufen im Internet beeinflusst den Warenhandel im 21. Jahrhundert, wie im 19. Jahrhundert das Kaufhaus die Handelsstruktur grundlegend änderte. Ein Thema, das genauer untersucht werden sollte. Oder hat das schon jemand getan?

Was mir dennoch online fehlt, ist der sinnliche Aspekt, zumindest bei den schönen Dingen des Seins: Sehen, Fühlen, Riechen. Ich bin keine Shoppingqueen, wirklich nicht. Aber in schöner Umgebung schöne Sachen erleben und vielleicht kaufen, das mag ich. Dieses Manko des Internetshopping lässt sich nicht wegdiskutieren. Im heutigen Kaufhaus finde ich dies erst recht nicht. Concept Stores, Kaufhäuser im Miniformat mit erlesenem Warenangebot versuchen eine Wiederbelebung der alten Idee. Und es gibt ja noch die kleinen Läden in den Digital Bohème Quartieren unserer Städte.

By the way: Walter Benjamin, Das Passagen-Werk. Ekelhaft zu lesen, aber großartig und wichtig

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Kunst aus dem Labor

Medienkunst. Ist ja eigentlich ein blöder Begriff: „ich mach was mit Medien…“. O.K., nicht meckern. An diesem Wochenende werkelt zum zehnten Mal lab30, das Augsburger Kunstlabor. Ein internationales Meeting von Künstlern aller Art, die für ihre Projekte elektr(on)ische Elemente (i.e. Medien?) einsetzen. Früher mal gab es die leicht nerdige, aber sehr charmante Elektrokonferenz, bei der ein Dutzend Leute über ihre Notebooks Sounds erzeugten und miteinander und aufeinander reagierten. Nicht so spannend für Zuschauer, ich mochte es dennoch. Vorbei. Inzwischen ist alles erwachsen geworden. Schade eigentlich. Ein Besuch lohnt sich aber immer und auf jeden Fall!!! Ich bin am Eröffnungsabend durch die Räume gestreunt. Als erstes: POWEr. Die Schönheit der Blitze. Alexandre Burton und Julien Roy entfesseln mit Hilfe einer Tesla-Spule atmosphärische Gewalt im Kleinen und rekapitulieren alles auf einer Leinwand. Fabelhaft, Ozongeruch inbegriffen.

In der Kunstlaborausstellung fällt man als erstes über eine Reihe schwingender Metallbänder. In einer Ecke erzeugt verrottendes Gemüse frische Töne (kein Fake, klappt wirklich!). Auf einer Ärzteliege wird das eigene Glückspotential gemessen, eine andere Arbeit visualisiert die Radioaktivität des Kunstkonsumenten. Wer sich auf den Dachboden begibt, wird Teil einer akustisch-sozialen Skulptur: per Hautkontakt zu anderen. Mein Ausstellungsfavorit: eine auf dem Boden in einer Ecke liegende, zunächst unscheinbare weiße Plastiktüte, die zum Leben erwacht (von Steffi Lindner).

Wirklich wunderbar ist das sphärische Sirenenkonzert des Briten Ray Lee in der Kradhalle. Das Vid gibt die Sache nur unzureichend wieder, aber immerhin… Das Konzert wird am Freitag und Samstag je zweimal wiederholt.

Ein nettes Projekt ist in der Stadt erleb- und -hörbar: Reinhard Gupfingers Sound Tossing beschert uns gefakete Grillen, über Stromleitungen geworfene zirpende Lautsprecher. Update: Diese “überaus zeitgemäße Reinterpretation der Streetart als Strategie der Rückeroberung öffentlicher Räume” wurde mit dem Lab Award ausgezeichnet!

Ach ja: ab elf ist Clubnacht (=Party)!

lab30|27. bis 29. Oktober 2011|Kulturhaus Abraxas|Augsburg

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